München: Rathaus am Marienplatz
Kati Pierson
Dienstag, den 12. Juli 2011 um 14:52 Uhr

Städtereisen: München – ich will bleiben, schickt mir die Taschen nach

München ist ein kleines Dorf an der Isar. Meine Bewerbungstour führte mich auch in die bayrische Landeshauptstadt. „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ – Hier will ich bleiben.

München ist das nächste Reiseziel für mich. Sonntag früh um 7:55 Uhr begann meine Reise. Von Barth nach Ribnitz und über Hamburg ging es mit der Bahn nach München. Zuletzt war ich im Jahr 2000 hier. Ich wollte damals schon bleiben, aber da ging es wegen der Lehre nicht.

Ankunft in München

Ich saß im Zug und hatte Angst. Meist ist es ja so, dass wenn man irgendwohin zurück kommt, wo man glücklich war, dass dann nur noch Enttäuschung bleibt. Aber schon beim betreten des Bahnhofes in München wusste ich, dass ich zu Hause bin. Es war Sonntagabend. Die Luft war schwül und der Weg zum Hotel durch die Hitze anstrengend.

Nach dem Einchecken ins Hotel Daheim macht ich mich auf zum Stadtbummel. Wie sollte es auch anders sein, es fing an zu schiffen. Bis zum Marienplatz kam ich mit Mühe und Not und zurück im Hotel war ich nass bis auf die Knochen. Ich meinte zum Rezeptionisten: „Das hätte ich mit einer Dusche einfacher haben können!“ – Da meinte er: „Oder das nächste Mal gleich das Shampoo mitnehmen!“

Das Hotel „Daheim“ in München

Es ist ein altes Haus unweit des Bahnhof in dem quasi auf die Schnelle Zimmer eingerichtet wurden. WLAN oder LAN gab es keines, aber ansonsten alles was man täglich braucht. Die Zimmer sind sauber und mit vielen Steckdosen versehen. Mir und meinem Technikfimmel kam das sehr entgegen. Die Angestellten sind alle nett und hilfsbereit. Für Münchner Verhältnisse sind die Preise grandios.

Nach dem „Eingeweicht werden“ hab ich den Rest des Abends auf dem Zimmer verbracht. Der war auch nicht mehr wirklich lang. Ich bin kurz nach der zweiten Folge von Monk auf SuperRTL tief und fest eingeschlafen und erst am nächsten Morgen um 6Uhr irgendwas wieder aufgewacht. Duschen – runter zum Frühstück und ab zum Termin.

Der erste Tag in München

Nach dem Termin bin ich fix ins Hotel. Das Wetter war herrlich und verdammt heiß – sogar morgens um 10 Uhr schon. Dazu kam noch der Weg und die Aufregung und so war ich reif für eine Dusche bevor es dann in die Innenstadt ging. Am Stachus klingelte das Handy und kaum hatte ich aufgelegt klingelte es erneut.  Zwei Herren unterhielten mich während ich weiter schlenderte.

Rex Gildo und München

Als ich aufgelegt hatte, stand ich plötzlich Mitten in der Ottostraße. Um genau zu sein stand ich vor der Nummer 19. Ich hatte die Straße aus dem Jahre 2000 ganz anders in Erinnerung und war mächtig erstaunt – zum Einen wo meine Schritte mich hingeführt hatten und zum Anderen, wie wenig meine Erinnerung noch zur Realität passte.

1999 ist hier im Hinterhof mein Lieblingssänger Rex Gildo schwer verunglückt. und ich war wirklich ziemlich überrascht hier plötzlich zu stehen, denn ich hatte nicht vor gerade hier zu stehen. Ich schiebe das jetzt mal auf eine höhere Macht. Ich danke an dieser Stelle dann mal der großen Göttin, dass sie meine Schritte lenkte.

Sightseeing in München

Von dort bis zum Odeonsplatz war es dann nur ein Katzensprung. Mit einer riesigen Schale Blaubeeren von einem der diversen Obstständen, die die Straße säumten ging es vorbei am Wittelsbacher Platz mit einem wunderschönen Reiterstandbild von Kurfürst Maximilian I.

Odeonsplatz

Auf dem Odeonsplatz angekommen, sah ich gleich an der Ecke ein Schaufenster mit Anhängern in Anker-, Kreuz- und Totenschädel-Form. Und ich bin reingestürmt – in die Nymphenburg – Porzellanmanufaktur. Natürlich stürmt auch prompt ein junger Mann auf mich zu und bot mir die Anhänger an. 300 und einige mehr. Was natürlich jenseits meiner Preisklasse lag.

Er war ein wenig erschüttert als ich meinte, dass dies ein stolzer Preis sei. Wobei ich sagen muss, dass er mehr als gerechtfertigt war. Also die Teile waren wirklich ein wandfrei gearbeitet mit sehr viel Raffinesse. Das Personal war auch trotz der Tatsache dass ich mehr nach Tourist aussah als alles andere und mich quasi verirrt hatte – sehr sehr nett. Nette Worte statt schiefer Blicke – auch das ist München.

Ludwigstraße und Siegestor

Blaubeeren naschend ging es weiter die Ludwigstraße entlang bis zum Geschwister-Scholl-Platz. Und gleich neben dem Triumphbogen „Siegestor“ lernte ich, was der Münchener unter Strand versteht. Zurück ging es dich kleine Nebenstraßen, denn die Ludwigstraße bot doch arg wenig Schutz vor der herab knallenden Mittagssonne.

Feldherrenhalle & Marienplatz

Vorbei an der Feldherrnhalle am Odeonsplatz, an der irgendeine Trauerfeier mit Salutschüssen und allen Ehren statt fand, über die Theatinerstraße und Weinstraße bis hin zum Marienplatz. Endlich passte meine Erinnerung auch wieder zum Stadtbild. Da war der „Donisl“. Das Gasthaus in München, in dem ich 2000 die ersten Weißwürste meines Lebens gegessen habe. Der Blick der Kellnerin als ich sagte: „Ich hätte gerne scharfen Senf“ – heute noch unbezahlbar. Ich bin eine kleine Süße, die es gern sehr scharf mag.

Die Idee Mittags um 12 Uhr das Neue Rathaus und das Glockenspiel zu fotografieren ist an sich nicht die Schlechteste. Vorausgesetzt man möchte sich unter eine gefühlte Million Touristen mischen. Für mich war das zu viel Trubel und so ging es weiter zum Viktualienmarkt. Mitten im Herzen ein Markt mit Allerlei frischen Sache. Wenn ich frisch sage, dann meine ich das auch. So frische Früchte wie in München habe ich in zwischen Rostock und Stralsund noch nicht entdeckt.

Biergärten und Tollwood

Zurück zum Stachus und ab ins Hotel. Von da zum Stiglmairplatz und prompt saß ich mit einem Urbayern an einem Tisch, der mir erklärte wie toll Biergärten und das Tollwood sind. Ich gebe zu, dass ich das in diesem Moment noch nicht verstanden habe. Auch am Hauptbahnhof im Cafe mit einem anderen Herren im Gespräch kam wieder die Empfehlung Tollwood. Ich hatte mit auch wirklich vorgenommen, dass ich hinfahre, aber nach einer zweiten Runde zum Marienplatz war dann endgültig die Luft für diesen Tag raus und es ging nur noch ins Parkcafe 089. Jetzt wusste ich, warum der Münchner gerne im Biergarten sitzt.

Ich kann bestätigen, dass die Paulaner Werbung stimmt. Der Münchner ist zumindest im Biergarten sehr gesprächig. Nach einem Franziskaner Weißbier und einem Dunklen Löwenbräu ging’s zurück ins Hotel. Da hab ich mir aber nur den Laptop geschnappt und bin bis 24 Uhr wieder in den Biergarten. Es war herrlich. Geil. Einfach nur IMBA. Für alle nicht WOWler – IMBA ist quasi ein Superlativ zu endgeil.

Der zweite Tag in München

Nach einem Termin am Vormittag ging es erneut zum Marienplatz. Endlich meine geliebten Weißwürste mit diesem schrecklich-herrlichem süßen Senf essen und danach zum Zigarrenladen. Mein Katzenzitter ist passionierter Zigarrenraucher und München eine Stadt mit den besten Zigarren. Wer meinen Mistkäfer hütet, der hat sich ein kleines Dankeschön verdient.

Aber dann war meine herrliche Zeit in München auch schon vorbei und es ging nach Augsburg. Da muss ich der Bahn jetzt mal ein Kompliment machen. Zumindest dem Schalter in Augsburg. Ich habe von der jungen Frau mit einem freundlichen Lächeln eine perfekte Routenbeschreibung zur Pension bekommen.

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