Ahrenshoop
Kati Pierson
Freitag, den 23. September 2016 um 14:03 Uhr

Rostock & Ahrenshoop: „Wenn das Herz nach Hause kommt“

2011 sind Skarabäus und ich nach München aufgebrochen. Unser Leben wurde seither kräftig auf den Kopf gestellt. Jedes Jahr geht es für einige Tage zurück in die Heimat an der Ostsee. Spätestens wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr. ;-)

Es war wieder Mal so weit. Ab nach Hause an die Ostsee. Ein paar Tage Meer, Sand, Traditionen und Familie. Morgens um kurz vor sechs Uhr wurde Skara in ihre Transportbox gesetzt, auf den Beifahrersitz geschnallt und fuhr wegen Staus und Baustellen auf der A9 und Co. ab Leipzig mit mir durch blühende Landschaften wie Sangerhausen, Stendal, Plau am See. Nach 10,5 Stunden waren wir endlich da. Für zwei Passfotos hat’s trotzdem gereicht.

Auf nach Rostock: 5er BMW sind eine herrliche Erfindung

Ich hatte fast 13 Jahre einen SEAT Arosa und bin damit bis nach Wien gekommen (bei Rückenwind stolze 150km/h). Doch Spaß macht diese Geschwindigkeit in dem Auto nicht. Es ist anstrengend so längere Strecken zu fahren. 120 km/h ist dann immer eine schöne Reisegeschwindigkeit. Ich hab mich immer gefragt, wie man 140km/h und schneller schön finden konnte.

Dann bin ich das erste mal vor einigen Jahren mit einem BMW X1 nach Mecklenburg-Vorpommern gefahren und plötzlich waren 140-160 km/h traumhaft. Aber auch da dachte ich: „Wie kann man nur noch schneller fahren?!?“ Die Frage beantwortete sich schon vor einigen Monaten als ich mit einem 5er BMW an den Flumserberg gefahren bin: „Mit dem richtigen Auto macht das Spaß!“

Da klingen 180km/h – 200km/h nach einer angenehmen Reisegeschwindigkeit. Man muss nicht krampfhaft das Lenkrad halten, sondern kann wirklich entspannt fahren. Wenn da nur die gefühlten 200 Baustellen nicht wären. Schneller ist man witzigerweise deshalb nicht wirklich. Erste Fahrt (Ford Fiesta) nach München ca. 8 Stunden und die letzte jetzt auch.

Höchstwahrscheinlich geht das auch mit einem Audi A6 oder Mercedes, aber ich hatte einen und liebe BMW. Einziger Nachteil bei den großen Schiffen, wenn man den Tempomaten in einer Baustelle vergisst, dann merkt man gar nicht, dass aus 70 oder 120 km/h bereits mehr geworden sind.

Ahrenshoop: „Heimat ist da, wo Dich der Kellner erkennt!“

Der erste Abend begann nach 10,5 Stunden Fahrt bei meinem Opa, der an dem Tag 88. Jahre wurde und endete im „Alten Fritz“ bei dem grässlichsten Bier, dass ich je getrunken habe (Störtebeker „Scotch Ale“) und dem besten Matjes mit Bratkartoffeln, den ich je gegessen habe in einem Restaurant. Ich liebe ja ja Rauchbier, aber dieses war einfach nur widerlich süß. Am zweiten Tag war ich zwar früh wach, aber Skara und ich haben das Bett noch bis ca. 11 Uhr genossen. Nachmittags feierte die gesamte Familie.

So ging es erst am Sonntag nach dem Kaffee zum Strand. Bis 14 Uhr sah es übrigens nicht nach schönem Wetter aus. Der Himmel war dicht zugezogen und erst nach einem Telefonat – in dem ich mich quasi über das Wetter beschwert habe – kämpfte sich die Sonne – als ob sie sagen wollte: „Na warte! Dir zeig ich es!“ – hinter den Wolken hervor. Es wurde traumhaft schön. Angenehme 20 Grad, Sonnenschein, blauer Himmel mit ein paar Wolken und ab an den Strand.

In Ahrenshoop angekommen ging es über den Grenzweg an die Ostsee. Bereits die ersten Schritte – nur die salzige Luft atmend – waren traumhaft schön. Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Gefühl beschreiben soll. Der Duft der Luft, die Wärme der Sonne, das Blau des Meeres und das Weiß des Sandes – die Freiheit, Unendlichkeit und der Frieden.

Gleich links am Strandübergang ist das Cafe Buhne 12 und jedes mal, wenn ich vorbei komme, dann kehre ich dort ein. Der Ausblick über die Ostsee, das gute Essen und dieses Gemütlichkeit sind einfach schön. Wie jedes Mal seit 7 Jahren begrüßte mich eine Männerstimme und der Besitzer strahlte: „Bist Du auch mal wieder hier? Wie geht es Dir?“. Es war der Kellner von Cafe Buhne 12. Heimat ist eben da, „wo dich der Kellner auch nach Jahren noch wiedererkennt …“.

Rostock: Pokemons jagend durch die Stadt

Wenn man morgens aufwacht und einen traumhaften Blick auf den Stadthafen in Rostock hat, dann hat man im Radisson Blu Hotel eingecheckt. In jedem anderen Hotel ziehe ich die Fenster zu. Hier habe ich sie auf dem Weg ins Bett aufgezogen um morgens die Sonne und das Wasser im Hafen von Rostock schon aus dem Bett sehen zu können. Auf den Füßen schnurrt die Katze und Du blinzelst in die Sonne … was kann schöner sein?

Zwei Stunden wurde der Anblick mindestens jeden Morgen genossen, dann ging es in die Stadt zu Bäckerei Junge oder ähnliches – Pokemons jagend! Ich habe einen Job, stehe mit beiden Beinen fest im Leben und bin erwachsen. Natürlich jage ich kleine Monster auf dem Smartphone. Im Stadthafen von Rostock war es dann endlich so weit und ich durfte Pikachu mein Eigen nennen. Bewegung und einen Stadtbummel inkl. neu entdeckter Sachen (dank Pokestop) gab es dabei gleich noch gratis.

Ahrenshoop: Der letzte Abend an der Waterkant

Einen Abend ging es noch einmal zum „Alten Fritz“ und jetzt ohne Bierexperimente. Das „Störtebeker“ halte ich ja immer noch für eines der besten Biere der Welt. Ob Bernsteinweizen, Kellerbier, Roggenweizen, Hanseporter, Starkbier oder Schwarzbier – es schmeckt einfach alles – mit einer Ausnahme, das oben erwöhnte „Scotch Ale“. Ein richtig schönes Rauchbier fehlt der Brauerei jedoch. Schöner warmer Abend, ein Ausblick auf den Rostocker Hafen, der seinesgleichen sucht, und ein gutes Essen. Was will man eigentlich mehr? Nette Begleitung, aber auch die hatte ich.

Jeder Urlaub geht einmal vorbei. So auch dieser. Am letzten Abend ging es noch einmal nach Ahrenshoop und wie bestellt zum schönsten Sonnenuntergang, den man sich an der Ostsee nur wünschen kann: Blutrot und das Wasser hatte sich nicht verzogen ;o) (#TeamOstsee)

Bildergalerie folgt!

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